Rund 200 Menschen waren bei der Feier des 30-jährigen Jubiläums des Caritas-Seniorenheims Gaimersheim. Foto: Andrea von Eberstein / Caritas
"Was einst mit einer Vision begann, ist heute ein lebendiger Ort der Gemeinschaft geworden - ein Zuhause, in dem Würde, Respekt und Fürsorge täglich gelebt werden." Das sagte die Leiterin des Caritas-Seniorenheims St. Elisabeth in Gaimersheim, Gabriele Metzner, bei der heutigen Veranstaltung zum 30-jährigen Jubiläum des Hauses. An dieser nahmen rund 200 Gäste aus Politik, Caritas, Kirchen und Gesellschaft sowie Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörige und Mitarbeitende der Einrichtung in einem großen Zelt vor dem Seniorenheim teil. Das Haus sei drei Jahrzehnte lang ein Ort gewesen, "an dem Menschen nicht nur gepflegt, sondern begleitet, verstanden und zu Hause sein durften", so die Leiterin.
"Christus ist hier selbst gegenwärtig"
Der Gaimersheimer Pfarrer Simon Heindl präzisierte in seiner Predigt beim Festgottesdienst: "Das hier ist ein Ort, wo das christliche Menschenbild Tag für Tag gelebt wird". Das Haus sei nicht nur ein Gebäude, auch nicht nur ein Ort unzähliger Begegnungen von Menschen, sondern "Christus ist hier selbst gegenwärtig" bei den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Mitarbeitenden. Dies zeige sich dadurch, dass in ihm seit drei Jahrzehnten christliche Nächstenliebe sichtbar werde. Die Caritasarbeit, die in der katholischen Einrichtung geleistet wird, gehöre zum "Wesen der Kirche", betonte Heindl.
Caritasdirektor Alfred Frank würdigte beim Festakt insbesondere die Betreuung von Menschen mit Demenz in dem Seniorenheim. Vor allem der frühere Einrichtungsleiter Andreas Rabl habe frühzeitig erkannt, dass sich die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner änderten und habe vorausschauend gehandelt. "Das integrative Betreuungskonzept wurde bereits im Jahr 2002 ausgezeichnet - ein Beleg für Innovationskraft und fachliche Qualität", so Frank. Es habe das Leben vieler Menschen konkret verbessert: "weniger Angst, weniger Aggression, mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität - das ist es, worauf es ankommt." Ein echtes Herzensprojekt sei das generationenverbindende Konzept "Jung und Alt unter einem Dach" in Zusammenarbeit mit der KinderWelt in der Nachbarschaft. "Wenn Kinder und hochbetagte Menschen zusammenkommen, entsteht etwas, das man nicht planen kann - echte Begegnung." Vorbildhaft ist für Frank bereits die Gründung des Seniorenheimes vor 30 Jahren. Es wurde vom Markt Gaimersheim errichtet und wird vom Caritasverband Eichstätt geführt. Diese Kombination "Eigentümer Kommune und Betreiber Wohlfahrtsverband" sei auch angesichts zurückgehender finanzieller Mittel "unser Wunschmodell", betonte der Caritasdirektor.
Gaimersheims Bürgermeisterin Andrea Mickel sagte, der Bau des Seniorenheimes sei vor 30 Jahren nicht unumstritten gewesen. Umso mehr freue sie sich auch über die baulichen Fortschritte, die es in den letzten Jahrzehnten gemacht habe: zum Beispiel mit einer erneuerten Küche, dem angebauten Wintergarten und inzwischen auch einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Beeindruckt sei sie von den "Leistungen des Personals. Der hohe Standard ist uns allen wichtig, damit wir wissen, dass die Menschen hier gut versorgt werden", sagte Mickel. Schön sei auch, "dass immer wieder einmal ehemalige Angehörige zu Ehrenamtlichen in dem Caritas-Seniorenheim geworden sind". So lautete das Fazit der Bürgermeisterin: "Es läuft top, und so soll es die nächsten 30 Jahre weitergehen."
Der frühere Caritasdirektor und Caritaspräses Franz Mattes erklärte: "Ich freue mich, dass ich einmal in ein Altenheim gehen kann und darüber, dass es Leute gibt, die ihren Dienst in Altenheimen tun." Vieles von diesem Engagement sei nicht bezahlbar, sondern eine Herzensangelegenheit. Der evangelische Pfarrer Ulrich Eckert schloss sich den Ausführungen seines katholischen Kollegen Heindl in der Predigt mit den Worten an: "Dort wo Nächstenliebe ist, da ist Gott", Gott gebe den Menschen den Auftrag, andere zu tragen. Dies solle im Caritas-Seniorenheim immer wieder sichtbar werden. Gott sei in den 30 Jahren stets dabei gewesen: "in der Kapelle und in jedem Zimmer".
"Schlager-Show-Einlage" geboten
Die Veranstaltung wurde von der Gaimersheimer Musikerin Theres Schiller an der Harmonika musikalisch umrahmt. Die Kinder und Betreuerinnen der KinderWelt vergnügten die Gäste mit Liedern. "Wir freuen uns, ein Teil der Einrichtung zu sein. Es ist immer wieder schön, Jung und Alt vereint zu sehen", sagte Tagesmutter Marille Weidenhiller. Einige Mitarbeitende des Seniorenheimes erfreuten die Gäste mit einer "Schlager-Show-Einlage - einstudiert von Jeanette Oberleitner und ihrem Team.
Rund 200 Menschen waren bei der Feier des 30-jährigen Jubiläums des Caritas-Seniorenheims Gaimersheim. Foto: Andrea von Eberstein / Caritas